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Archiv: Familienszenen

Stadttheater

Einführung / Kurzbeschreibung

Ein Gastspiel des Landestheaters Niederösterreich ist die deutschsprachige Erstaufführung des Stückes der ukrainischen Dramatikerin Anna Jablonskaja.

Handlung

Seit Jahren wartet Irina auf die Rückkehr ihres Mannes Nikolaj, der als Söldner in den Kaukasus gezogen ist. Mittlerweile ist wieder der Alltag eingekehrt. Ihr Sohn Wanja ist zu einem verschlossenen Teenager herangewachsen und sie selber unterhält eine Affäre mit seinem Biologielehrer Sergej, von der auch die alten Nachbarn Nadja und Opa Andrej wissen. An einem Septembernachmittag steht unerwartet Nikolaj vor der Tür. Irina, die noch immer in ihren Mann verliebt ist, beendet sofort ihre Affäre mit Sergej. Doch Nikolaj leidet offenbar an einem Kriegstrauma und zeigt wenig Interesse für seine Frau. Während Irina alles daran setzt, ihr familiäres Liebesleben wieder ins Lot zu bringen und Sergej die Hoffnung nicht aufgibt, Irina zurückzugewinnen, findet Nikolaj über seine Kriegserfahrungen einen neuen Zugang zu seinem Sohn.

Die Autorin

Anna Jablonskaja, geboren 1981 in Odessa und 2011 beim Bombenanschlag eines Selbstmordattentäters am Moskauer Flughafen Domodedowo ums Leben gekommen, galt als eine der größten Hoffnungen der russischen Dramatik. Ihre Stücke wurden in ganz Russland und Europa gespielt und vielfach ausgezeichnet. 2006 war Anna Jablonskaja bei der Theaterbiennale in Wiesbaden zu Gast, 2010 wurde sie an das Royal Court Theatre, London eingeladen. Obwohl sie in der Ukraine literarisch keine Beachtung gefunden hatte, war sie nie aus Odessa weggezogen. Die Menschen um sie herum hatten sie zu ihren feinsinnigen, wunderbar komischen Stücken inspiriert, die häufig von Familie, Frauenleben und Liebe handeln. Auch Familienszenen erzählt ein zeitgenössisches Heimkehrerschicksal und lotet mit viel Witz und psychologischem Gespür die Erschütterungen im familiären Umfeld aus.

Die Inszenierung

Die deutschsprachige Erstaufführung von Familienszenen inszeniert der Regisseur Sarantos Zervoulakos, der am Max Reinhardt Seminar seine Ausbildung absolvierte und u. a. am Schauspielhaus Düsseldorf, am Burgtheater und am Theater Oberhausen Erfolge feierte. Mit dem Bühnenbildner Raimund Orfeo Voigt verbindet ihn eine intensive Arbeitsbeziehung. Simon Zagermann, der u.a. am Nationaltheater Mannheim, Schauspielhaus Graz und Schauspielhaus Wien zu sehen war, vervollständigt das Schauspielteam.