NACHRUF KS RENATE HOLM

 

Unser künstlerischer Leiter Michael Lakner zum Tod von KS Renate Holm:

„Die Nachricht des Ablebens einer der größten KünstlerInnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfüllt mich mit Fassungslosigkeit und großer Trauer. Ich war Renate Holm sowohl privat wie auch künstlerisch eng verbunden. Viele wunderschöne Momente meines Lebens verknüpfe ich mit ihr.  Sie war ein absolutes Unikat in der Opern- und Operettenwelt. Angefixt durch die Gesangskunst Mara Cebotaris hat sie es mit eisernem Willen und Disziplin dank des zauberhaften Timbres ihres glockenreinen Soprans und einer makellosen Technik  geschafft, vom Schlager – und Filmsternchen zu einer der renommiertesten Sängerinnen in den Olymp der Opernwelt emporzusteigen. Ihre Zerbinetta unter Böhm, ihre „Jahrhundert-Adele“, ihre Musetta in Karajans BOHEME in Salzburg, ihr Ännchen an der Seite von Gundula Janowitz‘ Agathe sind Legende. Von Berlin aus über die Wiener Volksoper von Karajan schließlich an die Wiener Staatsoper geholt war sie lange Zeit ein unverzichtbares Ensemblemitglied dieser Institution. Klug hat sie in späteren Jahren als Gesangspädagogin reüssiert und ihr Wissen weitergegeben und alle ihre StudentInnen gefördert, so u.a. Florian Resetarits, der dann auf ihre Vermittlung hin von mir nach Bad Ischl und Baden engagiert wurde. Ein persönlicher Coup für mich war, als sie 2015 unter meiner Ägide die Mrs. Higgins in MY FAIR LADY  beim Lehár Festival Bad Ischl sang und spielte und im jugendlichen Alter von 83 (!) Jahren) die Herzen des Publikums eroberte. Auch als Buchautorin feierte sie Erfolge. Im Rahmen eines Operettencafes in Baden am 4. November 2018, das ich moderierte, durften wir ihr letztes Buch WER SEINER SEELE FLÜGEL GIBT vorstellen.

 

Vor allem aber war Renate Holm ein geerdeter Mensch mit Herzensbildung; bei allem Erfolg und Ruhm hat sie nie die Bodenhaftung verloren. Eine Menschenfreundin und eine Persönlichkeit von Würde und Größe.

Ihr Lebensmotto war „Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen“.  Sie hat es bis zur letzten Sekunde durchgezogen!

 

Ruhe in Frieden, Nachtigall!“

 

Foto: Erich Wellenhofer

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