SPIELZEIT 2020/2021

LIEBE THEATERFREUNDINNEN UND -FREUNDE!

ARM UND REICH: In einer Epoche der Menschheit, in der die Schere zwischen MilliardärInnen und NormalverdienerInnen immer weiter auseinanderklafft, wird uns dieses Thema die gesamte Spielzeit begleiten. Aber: Was ist soziale Gerechtigkeit überhaupt? Diese und andere Fragen zu unserem Saisonmotto werden in heiterer und unterhaltsamer Weise in den Werken der Saison 20/21 verhandelt.

Der Milchmann Tevje beispielsweise kann nur davon träumen, „wäre er ein reicher Mann“. In ANATEVKA, dem zeitlos gültigen Musiktheater-Geniestreich aus den Händen Mitch Leighs, unserer Eröffnungsproduktion, machen aber auch die russischen Pogrome Anfang des 19. Jahrhunderts den jüdischen BewohnerInnen des kleinen Dorfes in ihrer wirtschaftlich sowieso schon misslichen Lage zu schaffen. Der Held unseres diesjährigen Familienmusicals – aus der Feder von Erfolgskomponist Robert Persché –, ROBIN HOOD, der gewitzte englische Rebell, wiederum nimmt von den Reichen und unterstützt damit die Armen. In der Meisteroperette Emmerich Kálmáns, GRÄFIN MARIZA, versteckt sich der verarmte Graf Tassilo hinter der Fassade eines Gutsverwalters, worauf die von ihm Angebetete, als der Schwindel auffliegt, den Schluss ziehen muss, er sei nur hinter ihrem Vermögen her. In Jerry Hermans HALLO, DOLLY! sind es zwei arme Ladenangestellte, die wenigstens einen Tag lang Großstadtluft schnuppern und so tun wollen, als ob sie reich und berühmt wären. Bei der notorischen Kurtisane Violetta Valéry in Giuseppe Verdis Evergreen LA TRAVIATA verhält es sich umgekehrt: Einst als Dame der demi monde umworben und gefeiert, von ihren zahllosen Freiern mit Geld und Juwelen überhäuft, endet sie ihr Leben verlassen und unheilbar an Tuberkulose erkrankt in einer ärmlichen Mansarde in Paris. In Eduard Künnekes DER VETTER AUS DINGSDA (gleichzeitig das Badener Operetten- Regiedebüt von Johanna Arrouas) verlässt der Protagonist mit seinem berühmten „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ die geliebte Julia, um als gemachter Mann wiederzukehren und sie zu freien.

Im Sommer 2021 stehen sich Figuren aus allen Gesellschaftsschichten gegenüber; Arm und Reich gehen hier eine Mesalliance ein: Die einfache Fischverkäuferin Annina ist in Johann Strauss’ Klassiker aus der goldenen Operettenära EINE NACHT IN VENEDIG genauso heiß begehrt wie der reiche, stolze Herzog von Urbino, alles maskiert die Nacht regiert“. Mit großem Stolz präsentiert die Bühne Baden die österreichische Erstaufführung von NEUN, einem Musical von Maury Yeston (dem Komponisten, der auch für GRAND HOTEL musikalisch verantwortlich zeichnet), das – angelehnt an Fellinis berühmten Film „8 ½“ – die Schaffenskrise eines Filmregisseurs der oberen Zehntausend Roms zum Inhalt hat. Hier verkehrt sich reiche Kreativität in – auch durch allerlei private Troubles und Frauengeschichten bedingten – Verlust des genialen Funkens. Drew Sarich wird – vom who is who der Musicalszene umrankt – der Hauptfigur des Guido Contini szenisches Leben einhauchen. Franz Lehárs EVA, die erste „Sozialoperette“ überhaupt, bildet den Abschluss der Dramaturgie der Saison. Dieses Stück beschreibt die Geschichte eines armen Fabrikmädels, das ähnlich wie Aschenputtel an der Seite des Firmeneigentümers den sozialen Aufstieg schafft.

Besonders hinweisen möchte ich auf unseren Beitrag zum großen Beethovenjahr: Ballettchef Michael Kropf stellt gleich zu Beginn der Spielzeit mit unserer Compagnie (unterstützt durch das Europa- Ballett St. Pölten) sein Handlungsballett LUDWIG VAN TANZT als Uraufführung vor. Inspirationsquellen für diesen besonderen Abend sind einerseits die berühmtesten Musikstücke des Meisters, die – von Matthias Schaff in elektronisch verfremdeter Weise neu aufbereitet – vom Orchester der Bühne Baden interpretiert werden, und andererseits die Briefe Beethovens an seine „unsterbliche Geliebte“, anhand derer in einer Verbindung aus modernem Tanz mit klassischen Ballettelementen sein Leben erzählt wird.

Gespickt mit den spannenden Gastspielen des Landestheaters Niederösterreich sowie mit vielen abwechslungsreichen Konzerten Ihrer Publikumslieblinge und interessanten Kammerveranstaltungen, Einführungsmatineen und Operettencafés, hoffen wir auch heuer mit dem Programm der Bühne Baden wieder Ihren persönlichen Geschmack getroffen zu haben.

Mit neuem Elan und vielen künstlerischen Ideen hoffen wir, dass Sie auch 2020/2021 beim Besuch unserer Veranstaltungen voll auf Ihre Kosten kommen! 

Herzlichst,
Ihr MICHAEL LAKNER
Künstlerischer Leiter

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