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Archiv: Die schmutzigen Hände

Stadttheater

Einführung / Kurzbeschreibung

Das Drama vom Nobelpreisträger und Philosoph Jean-Paul Sartre in einem Gastspiel des Landestheaters Niederösterreich. Mit Burgtheater- und Filmschauspieler Juergen Maurer.

 

Handlung

Gebrandmarkt durch seine bürgerliche Herkunft bleibt der junge Hugo ein kleines Rädchen in der Kommunistischen Partei. Doch es herrscht Krieg und Hugo ist bereit für seine Ideale zu kämpfen und zu sterben. Als Beweis seiner Entschlossenheit soll nichts Geringeres als ein Mord dienen: Er wird auserwählt, den Parteisekretär Hoederer, der aufgrund der aktuellen politischen Situation eine Allianz mit reaktionären Kräften anstrebt, umzubringen. Zusammen mit seiner Frau Jessica wird Hugo als Sekretär bei Hoederer eingeschleust. Anfänglich zu seinem Auftrag fest entschlossen, zieht ihn Hoederer mehr und mehr in seinen Bann – der geplante Mord wird immer weiter aufgeschoben.

Erst als Hugo Grund zur Annahme hat, Jessica habe ihn mit Hoederer betrogen, vollzieht er den finalen Auftrag. Jahre später, wieder in Freiheit, pocht Hugo darauf, lediglich seine Befehle ausgeführt und nicht aus persönlichen Motiven gehandelt zu haben. Allein die Situation hat sich mittlerweile verändert, Hoederer ist rehabilitiert und Hugo zur Persona non grata erklärt.

Zum Stück

Als Intellektueller im 2. Weltkrieg selbst von aktiven Sabotageakten im Widerstand gegen die Nazis ausgeschlossen, verarbeitet der mit einem Nobelpreis gewürdigte französische Philosoph Jean-Paul Sartre seine Erfahrung im 1948 veröffentlichten Drama „Die schmutzigen Hände“. Mit diesem Politthriller geht Sartre aber auch der universelleren Frage nach der Unvereinbarkeit von politischer Praxis und moralischer Integrität nach. Dabei zeigt sich exemplarisch, wie abhängig Ideale und Überzeugungen von der Tagespolitik und auch von privaten Emotionen gemacht werden.

Zur Produktion

Die Niederländerin Maaike van Langen war von 2002 bis 2009 Hausregisseurin am Niederländischen Nationaltheater in Den Haag. Seither ist sie verstärkt im deutschsprachigen Raum tätig, lebt und arbeitet zurzeit in Berlin. Das Bühnenbild stammt von Raimund Orfeo Voigt, der an namhaften Theatern in Österreich und Deutschland gearbeitet hat. „Die schmutzigen Hände“ ist ihre erste gemeinsame Arbeit am Landestheater Niederösterreich. Zusammen mit dem Ensemble wird Juergen Maurer, langjähriges Ensemblemitglied am Burgtheater und bekannt aus Film und Fernsehen, zu sehen sein.